Die antike Stätte und Zitadelle von Horom

Die antike Stätte und Zitadelle von Horom

Die Festungs- und Siedlungsstätte Horom befindet sich in der Shirak-Ebene, in der Nähe des Dorfes Horom. Im Zentrum der Stätte stehen zwei große, in Nord-Süd-Richtung angeordnete Hügel, die in der archäologischen Literatur als „Horom Nord“ und „Horom Süd“ bezeichnet werden. Ausgrabungen haben hier mehrere Besiedlungsphasen dokumentiert, die von der frühen Bronzezeit über die späte Bronzezeit und die frühe Eisenzeit bis hin zur urartäischen und späteren Zeit reichen.

Einer Studie von Roberto Dan zufolge befanden sich auf beiden Hügeln vor der urartäischen Eroberung befestigte Anlagen aus der frühen Eisenzeit. Nach der Ausbreitung der urartäischen Macht wurden der südliche Hügel und das Gebiet zwischen den beiden Hügeln im 8. bis 7. Jahrhundert v. Chr. nicht mehr genutzt, während auf dem nördlichen Hügel eine neue, große urartäische Festung errichtet wurde.

Die noch erhaltenen Mauern der Stätte bestehen aus großen Steinen in zyklopischem Mauerwerk, und das Befestigungssystem des südlichen Hügels weist Verteidigungsmauern auf, die nacheinander den Hang hinabführen. Gleichzeitig haben Ausgrabungen gezeigt, dass die Stätte nicht ausschließlich defensiven Zwecken diente – in Horom-Süd wurden Spuren der Geweihbearbeitung gefunden, was darauf hindeutet, dass innerhalb des befestigten Bereichs Produktionsaktivitäten stattfanden.

Die auf dem nördlichen Hügel errichtete urartäische Festung erstreckte sich über etwa 3,57 Hektar. Ihre Mauern folgen nicht vollständig dem für urartäische Festungen typischen streng geradlinigen Grundriss, sondern passen sich stellenweise der natürlichen Form des Hügels an. Hier zeigen sich typische Merkmale urartäischer Baukunst, darunter regelmäßig angeordnete Stützpfeiler und Mauerwerk aus halbbehauenen Steinen.

Auf einem der in Horom gefundenen Keramikgriffe ist das als TmP (Turm mit Pflanze) bekannte Zeichen erhalten geblieben.

Das Gräberfeld von Horom ist ein wichtiger Bestandteil der Stätte. In den Jahren 1989–1990 wurden hier im Überschwemmungsgebiet des Artik-Stausees spezielle Ausgrabungen durchgeführt und Bestattungen aus der frühen Eisenzeit untersucht.

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