Metsamor ist eine der bedeutendsten und stimmungsvollsten archäologischen Stätten Armeniens und erstreckt sich über einen niedrigen Hügel beim Dorf Taronik in der Region Armawir, während sich am Horizont der schneebedeckte Kegel des Ararat erhebt. Menschen haben hier erstaunlich lange gelebt – von etwa dem 5. Jahrtausend v. Chr. bis ins Mittelalter – und hinterließen Schicht um Schicht Geschichte im Boden.
In ihrer Blütezeit, in der späten Bronze- und frühen Eisenzeit, war Metsamor ein blühendes religiöses und wirtschaftliches Zentrum und einer der großen Knotenpunkte früher Metallurgie der Region, wo einst Kupfer und Bronze verarbeitet wurden. Noch heute lassen sich die Umrisse der befestigten Zitadelle, der Unterstadt und eines religiösen Komplexes kleiner Tempel mit gestuften Lehmaltären erkennen. Die Stätte blühte zur Zeit des Königreichs Urartu und soll manchen Forschern zufolge sogar als frühe Sternwarte gedient haben; die antike Stadt wurde schließlich zerstört, höchstwahrscheinlich von skythischen oder kimmerischen Nomaden.
Das 1968 eröffnete Museum vor Ort erweckt die Geschichte mit einer bemerkenswerten Sammlung von über 20.000 Objekten zum Leben, die fast alle hier ausgegraben wurden. Zu den Höhepunkten zählen filigrane Goldhalsketten, vergoldete Gürtelbeschläge mit jagenden Löwinnen sowie fein gearbeitete Keramik und Kultgegenstände aus Jahrtausenden. Die Ausgrabungen dauern bis heute an, inzwischen unter Leitung eines gemeinsamen armenisch-polnischen Teams, und noch immer werden neue Funde gemacht.
Keine Stunde von Eriwan entfernt, ist Metsamor ein lohnender Halbtagesausflug für alle, die sich für die tiefe Vorgeschichte des armenischen Hochlands interessieren. Es lässt sich gut mit weiteren Sehenswürdigkeiten der Region Armawir verbinden, etwa dem ergreifenden Sardarapat-Denkmal, der Kathedrale von Zvartnots aus dem 7. Jahrhundert und dem Musa-Ler-Denkmal.