St.-Thaddäus-Kirche

St.-Thaddäus-Kirche

  • Kentronakan-Platz (Zentralplatz), 0801, Masis, Provinz Ararat, Armenien.

Wenn man an armenische Kirchen denkt, kommen einem wahrscheinlich sofort alte, aus dunklem Stein erbaute Klöster in den Sinn, die in schroffen Bergschluchten versteckt liegen. Doch nur 10 Kilometer südwestlich von Eriwan, in der flachen, sonnenverwöhnten Ebene der Provinz Ararat, befindet sich eine ganz andere Art von spirituellem Zufluchtsort. Die direkt am zentralen Platz von Masis gelegene St.-Thaddäus-Kirche bietet Reisenden einen auffälligen, zeitgenössischen Kontrast zu den historischen Sehenswürdigkeiten des Landes und eignet sich perfekt für einen kurzen Zwischenstopp auf dem Weg zum berühmten Khor-Virap-Kloster.

Zwar wurde der Grundstein für die Kirche bereits 1991 von Katholikos Vazgen I. gesegnet, doch der Bau begann offiziell erst im Jahr 2003. Das Projekt wurde von dem prominenten armenischen Philanthropen Hrant Vardanyan initiiert und finanziert; nach seinem Tod übernahmen seine Söhne Mikayel und Karen Vardanyan die Verantwortung, um die Vision ihres Vaters zu verwirklichen.

Die Kirche wurde im Herbst 2015 offiziell eröffnet. Entworfen wurde sie von dem berühmten Mutter-Sohn-Architektenteam Anahit und Artur Tarkhanyan, denen es auf beeindruckende Weise gelang, alte armenische Traditionen mit einem klaren, modernen Stil zu verbinden.

Was einen Besuch der St.-Thaddäus-Kirche so besonders macht, sind die versteckten Details, die direkt in das Gebäude integriert sind. Die Architekten haben den lokalen vulkanischen Tuffstein auf ganz einzigartige Weise eingesetzt: Die Farben des Steins verlaufen tatsächlich über das gesamte Gebäude hinweg – von der Mitte zu den Rändern hin werden sie heller, und wenn man zur Kuppel hinaufblickt, werden sie dunkler. Die gesamte Struktur ist zudem um das Leben Jesu herum konzipiert. Sie ist genau 33 Meter hoch, um die 33 Jahre zu symbolisieren, die Jesus auf Erden lebte, und wenn man an den Außenmauern entlanggeht, kann man genau 33 biblische Gebote erkennen, die in den Stein gemeißelt sind.

Da die Stadt Masis auf einer flachen Ebene liegt, bietet der ruhige Innenhof einen völlig unverbauten, atemberaubenden Blick auf den schneebedeckten Berg Ararat in der Ferne. Es ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Armenien seine tief verwurzelte Geschichte am Leben erhält und gleichzeitig für die Zukunft baut – und damit ein einfacher, wenig überlaufener Abstecher für alle, die modernes armenisches Design von seiner besten Seite erleben möchten.