Noratus-Friedhof

Noratus-Friedhof

  • Dorf Noratus

Der am Ufer des Sewan-Sees in der Provinz Gegharkunik gelegene Noratus-Friedhof ist ein atemberaubendes Freilichtmuseum und die weltweit größte erhaltene Sammlung armenischer Khachkars.

Das sieben Hektar große Gelände wird oft als "Wald der Khachkars" bezeichnet und beherbergt fast tausend kunstvoll geschnitzte Kreuzsteine, von denen jeder eine einzigartige Geschichte des Glaubens, der Handwerkskunst und der lokalen Geschichte erzählt. Diese Steine stammen hauptsächlich aus dem 9. bis 17. Jahrhundert und zeigen die Entwicklung der armenischen Kunst des Mittelalters, die von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde.

Besucher von Noratus werden mehr als nur religiöse Symbole finden; der Friedhof ist eine Galerie des täglichen Lebens im mittelalterlichen Armenien. Während auf der Vorderseite der Steine die charakteristischen kunstvollen Kreuze und Sonnenscheiben zu sehen sind, zeigen die flachen Grabsteine an der Basis oft weltliche Szenen wie Hochzeiten, Jagdausflüge oder landwirtschaftliche Arbeiten und bieten so einen seltenen Einblick in das Leben der Menschen, die hier begraben sind. Eine der berühmtesten Legenden der Stätte erzählt von einem Sieg der Einheimischen gegen eindringende Truppen, bei dem die Dorfbewohner die Khachkars mit Helmen und Mänteln bekleidet haben sollen, um den Feind glauben zu machen, eine große Armee stehe Wache.

Ein Spaziergang durch die verwitterten, moosbedeckten Steine vermittelt ein tiefes Gefühl der Ruhe und der Verbundenheit mit der Vergangenheit. Die Stätte ist von Eriwan aus leicht zu erreichen und lässt sich am besten mit einem Besuch des nahe gelegenen Sevanavank-Klosters verbinden.

Ob Geschichtsinteressierte oder Fotografen, die das Licht der goldenen Stunde auf den orangefarbenen vulkanischen Tuffstein genießen möchten, Noratus bietet eine stimmungsvolle Reise durch das Herz der armenischen Identität.

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